WER MACHT DEN DRECK UND WER MACHT DIE WÄSCHE?

Wer macht den Dreck und wer macht die Wäsche?

Solidaritätsgedicht von Franz Dobler. Geschrieben anlässlich der Gründung eines Viome-Vertriebs in Augsburg.

 

Als die Weltwirtschaftskrise im Jahr 2011

in Griechenland besonders heftig zuschlug

haben Arbeiterinnen und Arbeiter

in Thessaloniki

dessen große jüdische Gemeinde

das ist nicht vergessen

von den deutschen Nazis

fast vollständig ermordet wurde

die Fabrik Viome besetzt

als sie entlassen werden sollten

und ohne die Chefs vom bank-

rotten Mutterkonzern Philkeram-Johnson

weitergemacht, bis heute

ohne Unterstützung von diesen oder

jenen Stadt- und Staatslenkern.

Mit dem Boss Frau Christina Philippou

die sich bei Ausbruch der Krise

mit den nicht ausbezahlten

drei Monatslöhnen rechtzeitig

aus dem Staub machte

wurde Klebstoff für Fliesen

ohne sie wird Seife hergestellt.

Die Belegschaft hat schon

17 Zwangsversteigerungen verhindert

und potentiellen Käufern verklickert

dass ihnen eine Menge Dreck

um die Ohren fliegen wird

wenn sie nicht die Beine in die Hand

und sich diesen Viome-Slogan

zu Herzen nehmen:

Denn wir brauchen sie nicht

damit wir gerettet werden

und sie brauchen uns nicht

damit sie kaputt gehen.

Ich vergaß zu erwähnen, dass es sich

um illegal hergestellte Seife handelt.

Es besteht Ansteckungsgefahr

wenn man sich den Kopf damit wäscht.

Klassenkampf mit Bioseife!

Nach der großartigen 1. Augsburger Sicherheitskonferenz in 2018 veranstaltet das  Netzwerk Solidarische Stadt Augsburg in diesem Jahr vom 05. bis 07.07. Meins? Die Eigentumskonferenz – 2. Festival der Solidarität.

Die AG Mutual sorgt sich dieses Jahr um Eure Hygiene und lädt deshalb eine  Vertreter*in des Produktionskollektivs VioMe aus Thessaloniki ein (zu einer deutschsprachigen Unterstützer*innenseite geht es hier). Dort haben sich Arbeiter*innen im Juli 2011 ihre Fabrik angeeignet und stellen seither selbstverwaltet und im Kollektiv Bioseife für den täglichen Gebrauch her. Die Referent*in berichtet vom Leben, Arbeiten und Besitzen in einer konkreten Alternative zum Kapitalismus – und steht für Eure Fragen bereit.

Wer sich schon vorab ein Bild machen möchte, findet hier zwei informative Dokumentationen.

Und was hat es nun mit der Seiferei auf sich? Das ist schnell erklärt: die Eigentumskonferenz soll nicht nur eine flüchtige diskursive Intervention darstellen, sondern auch den Auftakt für das gemeinschaftliche Projekt eines selbstverwalteten, solidarischen Seifenladens bilden. Wie das genau aussehen könnte und wie Ihr uns dabei unterstützen könnt? Auch das wollen wir mit Euch diskutieren.

Kommt vorbei! Bleibt solidarisch, bleibt sauber!

Facebook: https://www.facebook.com/events/457188651684580/

Web: eigentum.wtf

In Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein / Rosa Luxemburg Stiftung Bayern